Wie gelingt es, nach einer Krebsdiagnose wieder handlungsfähig zu werden? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch den Aktionstag gegen Brustkrebs am 6. Juni auf dem Münchner Odeonsplatz, an dem sich auch das Brustzentrum Taxisstraße des Rotkreuzklinikums München beteiligte. Eine zentrale Erkenntnis aus den vielen Gesprächen mit Betroffenen, Angehörigen und Interessierten: Frauen brauchen nicht nur medizinische Informationen, sondern auch die Erfahrung, selbst etwas tun und aktiv mitgestalten zu können. „Viele Frauen erleben nach der Diagnose zunächst einen Kontrollverlust. Umso wichtiger ist es, wieder Orientierung zu gewinnen, eigene Entscheidungen treffen zu können und zu spüren: Ich kann selbst etwas zu meinem Weg beitragen“, sagt Dr. Heidelinde Falk, Leiterin der Psychoonkologie am Rotkreuzklinikum München.
Genau darüber kamen die Besucherinnen und Besucher mit den Expertinnen und Experten des Brustzentrums ins Gespräch. Vor Ort waren neben Dr. Falk auch Chefarzt der Gynäkologie Prof. Michael Braun, leitende Oberärztin Dr. Anne Andrulat und Rotkreuzschwester Irmgard Burger, die gemeinsam mit Ehrenamtlichen die Herzkissen-Initiative begleitet. Die eigens angefertigten Kissen werden Patientinnen nach einer Brustoperation geschenkt und sollen den Heilungsprozess unterstützen.
Wer tiefer in die Themen einsteigen wollte, verfolgte die moderierten Gesprächsrunden mit Bärbel Schäfer. In den zwei Beiträgen des Rotkreuzklinikums ging es um moderne Behandlungsmöglichkeiten, die Vorteile spezialisierter Brustzentren sowie die Frage, was Patientinnen nach einer Diagnose konkret erwartet und welche Unterstützungsangebote ihnen zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus bot der Aktionstag Gelegenheit, neue Kontakte zu Selbsthilfegruppen zu knüpfen und mit ehemaligen Patientinnen ins Gespräch zu kommen. Viele Besucherinnen nutzten die Möglichkeit, persönliche Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen. „Der Tag hat gezeigt, wie groß der Bedarf an persönlichem Austausch und verlässlicher Orientierung ist“, so Prof. Michael Braun. „Genau dafür möchten wir als Brustzentrum ansprechbar sein.“
Das Brustzentrum Taxisstraße zählt zu den führenden Brustzentren Deutschlands und begleitet Frauen auf ihrem gesamten Weg: von der Früherkennung über Diagnostik und Therapie bis zur Nachsorge.