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Gesundheit & Medizin | 24.01.2022

Mit neuartiger Röntgenbildgebung gegen Brustkrebs

Brustkrebs ist weltweit der häufigste bösartige Tumor der Frau. In Deutschland erkranken jährlich etwa 68.000 Frauen an Brustkrebs. In meinem Fachgebiet, der Diagnostischen Radiologie, zählt die Mammographie, also die Röntgenaufnahme der weiblichen Brust, zu den unverzichtbaren Diagnoseverfahren. Sie ist die Standardmethode zur Brustkrebs-Früherkennung und die einzige Screening-Methode, für die eine Reduktion der Sterblichkeit nachgewiesen wurde. Motivation genug, um mich in meiner Habilitationsarbeit mit der Erforschung einer neuartigen Röntgenbildgebung, der sogenannten Phasenkontrast-Bildgebung, zu befassen.

Wie funktioniert die Phasenkontrast-Bildgebung? Beim konventionellen Röntgen durchdringen die Röntgenstrahlen das Gewebe. Das Röntgenbild mit seinen Grauabstufungen zeigt die unterschiedliche Absorption (Schwächung) der Strahlen durch die durchstrahlten Gewebe. Bei der Phasenkontrast-Bildgebung werden gleichzeitig zwei weitere Effekte erfasst: Die Phasenverschiebung, die die elektromagnetischen Wellen beim Durchtritt durch Materie erfahren, sowie die Kleinwinkelstreuung (entspricht dem sogenannten Dunkelfeldbild) im durchstrahlten Gewebe. Die diagnostisch wertvollen Informationen dieser drei Effekte ergänzen sich und liefern zusätzliche Informationen zur konventionellen Röntgendiagnostik, außerdem besteht die Möglichkeit, die Daten dreidimensional zu rekonstruieren, vergleichbar mit einer Computertomographie.

Die Methode bietet damit ein wertvolles diagnostisches Zusatzinstrument, das ohne die Applikation von Kontrastmitteln eine exakte Darstellung von Gewebe ermöglicht. Die Methode ist grundsätzlich auch auf die Tomosynthese, die 3D-Mammographie anwendbar.
Im Rahmen meiner Habilitation habe ich das Potential der Phasenkontrastbildgebung an verschiedenen Brustproben untersucht und konnte folgende Vorteile der Methode identifizieren:
1. Die Methode kann sensitiver als die konventionelle Mammographie kleine, mit Mikrokalk besetzte Tumorherde sichtbar machen. Tumorherde könnten also früher entdeckt und früher behandelt werden.
2. Bei Patientinnen, die sich mit fortgeschrittenem Brustkrebs in neoadjuvanter Chemotherapie befinden, kann die verbesserte bildgebende Diagnostik die Therapieplanung unterstützen.
3. Die Phasenkontrast-Mammographie kann möglicherweise das operative Management optimieren, da mit ihrer Hilfe Tumorausläufer besonders kontrastreich dargestellt werden können.

Ich hoffe, dass meine Forschungsarbeit zukünftig ein fester Beitrag in der Brustkrebs-Diagnostik wird - sowohl zur Früherkennung als auch bei größeren Brusttumoren und damit zum Wohl der von Brustkrebs betroffenen Frauen. Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bei Frau Dr. Hellerhoff und bei allen Kooperationspartner:innen des MAP Projekts an der LMU und am Institut für Biomedizinische Physik der TU München bedanken. 

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Autor

Privat-Dozentin Dr. med.
Susanne Grandl

Leitende Oberärztin
Diagnostische Radiologie

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