Dagmar Martin gratulierte zur Eröffnung der neuen Studienfakultät Muc.Health (Munich Campus für Health and Engineering) der Hochschule München. Als Leiterin der Zentralen Praxisanleitung (ZPA) nahm sie als offizielle Vertreterin des Rotkreuzklinikums an der Feierstunde teil. Muc.Health setzt auf interdisziplinäre Ansätze in der akademischen Gesundheitsausbildung. In Arbeitslaboren lernen die Studierenden „Angewandte Pflegewissenschaften“ unter anderem an Simulationspuppen fachkompetentes Handeln in praxisnahen Pflegesituationen. Ein KI-gesteuerter Patientensimulator im Nebenraum kann einen Notfall nachahmen. Studierende trainieren dort im geschützten Raum zukünftige klinische Entscheidungen. Dagmar Martin kennt Simulationspuppen wie Nursing Anne aus der in unmittelbarer Nachbarschaft des Rotkreuzklinikums angesiedelten Berufsfachschule für Pflege München. Neu im Campus ist ein digitaler Seziertisch. „Dabei können die Pflegestudierenden die menschliche Anatomie studieren und sich so eine wichtige Grundlage für die Pflegeprofession erarbeiten“, sagt Martin anerkennend.
„Forschung müsse an die Betten“, so Judith Gerlach, bayerische Gesundheitsministerin, in ihrem Grußwort. Sie sieht in Muc.Health eine Möglichkeit, „eine wertvolle Ausbildung“ attraktiver zu machen. Martin bewertet jedoch praktische Einsätze in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen als unabdingbar auf dem Weg zu einer professionellen Pflegefachkraft. „Einerlei, ob dreijährige generalistische Ausbildung an einer Pflegeschule oder fünf bis sieben Semester Bachelorstudiengang. Digitale Lernerfahrungen können die Fachpraxis am realen Patient oder Bewohner nicht ersetzen“.
Die Praxisanleiterin spricht aus mehrjähriger Erfahrung, denn das Rotkreuzklinikum München pflegt bereits seit 2020 eine Kooperation mit der Hochschule München im Bachelorstudiengang Angewandte Pflegewissenschaften. „Ab dem zweiten Semester sind die Studierenden auf den Stationen und Fachbereichen in der Nymphenburger Straße sowie in der Frauenklinik, Taxisstraße, eingesetzt“, erläutert Martin. „Dabei kommen sie mit realen Patienten und pflegebedürftigen Menschen in Kontakt - und das mit wissenschaftlichem Hintergrund.“ Eine weitere Besonderheit am Studium der Angewandten Pflegewissenschaften ist, dass parallel zwei Abschlüsse erworben werden: Bachelor of Science (Pflegewissenschaft) und der staatlich anerkannte Berufsabschluss als Pflegefachfrau/-mann mit EU-weiter Anerkennung. Für Pflegestudierende, die eine Vereinbarung mit dem Rotkreuzklinikum eingehen, besteht ein weiterer großer Vorteil: Sie profitieren von einer Ausbildungsvergütung nach DRK-Reformtarifvertrag. Dagmar Martin ist sicher, dass die akademische Ausbildung die Pflege attraktiver machen wird. „Die Pflegestudiengänge heben die Profession über kurz und lang auf Augenhöhe mit der ebenfalls akademisch ausgebildeten Medizin“, ist sie überzeugt und freut sich auf weitere Pflegestudierende im Rotkreuzklinikum.
Mehr Informationen zum Studium "Angewandte Pflegewissenschaften" in Kooperation mit dem Rotkreuzklinikum finden Sie hier

Dagmar Martin (2.v.r.) auf der Eröffnung des Munich Campus for Health and Engineering. Gesundheitsminiterin Judith Gerlach (Bild re.) sieht in Muc.Health eine Chance, eine wertvolle Ausbildung attraktiver zu machen.