Eine spezielle Ausbildung über 35 Unterrichtseinheiten mit abschließender theoretischer und praktischer Prüfung ist Voraussetzung, um als Schulsanitäter:in tätig werden zu dürfen. Damit ist man als Ersthelfer:in bei Unfällen und Erkrankungen in der Schule gut gerüstet und eine wertvolle Unterstützung für die Lehrerschaft. Als „Schul-Sani“ lernt man Situationen und verletzte Personen einzuschätzen, erste Sofortmaßnahmen durchzuführen und im Ernstfall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu betreuen. Wie es nach der Übernahme durch die Profis weitergeht, erfuhren die Schüler:innen des Gymnasiums München Nord in Milbertshofen-Am Hart bei ihrem Besuch in der Notaufnahme des Rotkreuzklinikums München.
Pflegedienstleitung Carola Riedl und Praxisanleiterin Lydia Dadashi begrüßten die sechs Mädchen und sechs Jungen in Begleitung von einer Lehrkraft im Ausbildungsraum des Rotkreuzklinikums. In diesem Raum trainiert das Team der speziell ausgebildeten Zentralen Praxisanleitung mit Pflegeauszubildenden verschiedene Pflegesituationen an Übungspuppen. Die anschließende Führung durch das Klinikum und die Zentrale Notaufnahme übernahm Dr. Cosima Stephan. Die Oberärztin erklärte, das akute Notfälle meist vom Rettungsdienst gebracht werden und lud zur Besichtigung eines sogenannten RTWs ein. „Unser interdisziplinäres Team versorgt nicht nur Verletzte, sondern auch Patient:innen mit akuten internistischen Problemen“, so die Notfallmedizinerin weiter. Die Chest Pain Unit steht für Menschen mit unklaren Brustschmerzen oder Verdacht auf Herzinfarkt zur Verfügung. „Manche müssen zur weiteren Behandlung auf die Intensivstation verlegt werden“, leitete Stephan über zur Besichtigung der Blutbank sowie den normalerweise nicht zugänglichen Intensivbereich. Ihr Kollege Dr. Don-Felix Ryzek informierte danach über das Notfallmanagement. „Bei uns muss es manchmal sehr schnell gehen. Wer als Erster drankommt, bestimmt die Dringlichkeit und Schwere des medizinischen Problems. Dabei hilft uns ein elektronisch unterstütztes, zertifiziertes Triage- bzw. Auswahlsystem“, erklärte der Facharzt und zeigte den Schockraum, in dem schwerverletzte oder mehrfach traumatisierte Personen behandelt werden.
Mit Informationen zur generalistischen Pflegeausbildung sowie dem Pflegestudium übernahm Dagmar Martin den letzten Programmpunkt. „Es gibt wenige Berufe, die solch vielfältige Entwicklungs- und Einsatzmöglichkeiten bieten“, ist die Leiterin der Zentralen Praxisanleitung überzeugt. „Bei der Versorgung von Patienten aller Altersstufen - angefangen auf der Allgemeinstation bis hin zu Notaufnahme und Intensivstation - sind Pflegefachkräfte in der Akutklinik tätig. Weiterführende Qualifizierungen bzw. Studiengänge ermöglichen beispielsweise die Übernahme von Pädagogik- und Managementaufgaben in Kliniken, Pflegeschulen oder anderen Pflegeeinrichtungen“, führte Martin weiter aus.
Die Bewerbung für die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann (in Kooperation mit der Berufsfachschule für Pflege München der Schwesternschaft München vom BRK e.V.) oder zum Bachelor-Pflegestudium Angewandte Pflegewissenschaft (in Kooperation mit der Hochschule München) am Rotkreuzklinikum ist jederzeit möglich. „Sowohl in der generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann wie im sieben Semester umfassenden Pflegestudium bieten wir eine attraktive Ausbildungsvergütung“ versichert Martin. Die Schulsanitäter:innen zeigten sich sehr interessiert und wären am liebsten gleich zum Pflegepraktikum geblieben. „Sobald ihr 16 Jahre seid, ist das bei uns möglich“, vertröstete die Praxisanleiterin die hochmotivierte Gruppe und überreichte zum Abschied ein kleines Give-Away.
