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Meldung aus dem Klinikum | 31.03.2021

Sternenkinder

Mit zu unseren Aufgaben als Seelsorgerinnen des Rotkreuzklinikums, Betriebsstätte Frauenklinik, gehört die Begleitung der verwaisten Eltern. Seit nunmehr 15 Jahren werden die sogenannten Sternenkinder in einer Grabstätte auf dem Westfriedhof beigesetzt. Im Frühjahr sowie im Herbst halten wir einen Gedenkgottesdienst für diese zu früh geborenen und verstorbenen Kinder ab. Die Corona-bedingten Sicherheitsauflagen lassen es seit 2020 nicht zu, diesen Gottesdienst - sowohl in der Klinik als auch am Grab - für die große Anzahl der verwaisten Elternpaare abzuhalten.

Wir möchten allen Betroffenen daher auf diesem Wege ein Zeichen unserer Anteilnahme senden und sie ermutigen, das Grab zu besuchen. Dieser Gang kann hilfreich sein für ein gemeinsames Durchleben und Verarbeiten der Trauer. Auch Gespräche, was beide verwaiste Elternteile angesichts des Verlustes empfinden, was sich beide voneinander wünschen, sind wichtig. Schweigen hat seine Zeit. Miteinander reden hat seine Zeit. Einerlei, wie lange das traurige Geschehen auch zurückliegen mag, es hat gewiss eine Wunde in das Leben gerissen. Schmerzen und Trauer wandeln sich. Aber innerlich wird wohl eine Narbe bleiben. Trotz allem sind wir gewiss: Es ist und bleibt ein geliebtes Geschöpf. Ob lebendig oder gestorben, nichts kann einen Menschen der Hand Gottes entreißen. Das ist christliche Glaubensgewissheit.

Angesichts des Verlustes mag das Vertrauen ins Leben brüchig geworden sein. Ist vielleicht zerplatzt wie eine Seifenblase, die das Wasser berührt. All das, was sie umgibt, spiegelt sich nur einen kleinen Moment lang in ihr. Im nächsten Moment zerplatzt sie und geht ein in das große Ganze. Von ihr bleiben nur der Moment, in dem sie war und die Erinnerung an das besondere Erleben beim Anblick ihres Schwebens und der schillernden Farben. Trotz der Sehnsucht, sie zu bewahren, bleibt aber auch der ernüchternde Moment des Zerplatzens und Verschwindens der Seifenblase.

Im Leben mit einem verstorbenen Kind kann es ähnlich sein: Darin spiegelt sich etwas vom Ganzen des Lebens. Und manches von dem, was sich darin spiegelt, lässt sich vielleicht erst mit größerem Abstand erschließen. Aber das Wunder seines Lebens, alle Liebe, alle Freude, alle großen Gefühle, die es am Anfang geweckt hat, was die angehenden Eltern auch gespürt haben, das alles können sie sich im Herzen behüten. So bewahren sie ihm einen würdevollen Platz und es wird für einen „Seifenblasen-Augenblick" lebendig sein.

Wir wünschen allen Betroffenen viel Kraft und Gottes Segen auf ihrem Weg durch die Trauer!

Fotografin: Stephanie Brandmann

 

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Krankenhausleitung & Seelsorge Rotkreuzklinikum München, Frauenklinik

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