Qualität & Sicherheit | 29.01.2024

Pluspunkt für die Klinikhygiene

„Es gilt, das richtige Antiinfektivum zum richtigen Zeitpunkt beim richtigen Erreger zu verabreichen“, erklärt Dr. Johanna Lerner, leitende Krankenhaushygienikerin, den verantwortungsvollen Umgang des Antibiotic Stewardship (ABS)-Teams bei der Behandlung von Infektionen. Antibiotika-Resistenzen sind weltweit auf dem Vormarsch. Dazu kommen mittlerweile Lieferengpässe bei bestimmten Arzneimitteln, darunter neben Schmerzmitteln, Fiebersaft und Blutdrucksenkern auch Antibiotika. „Manche Keime sind gegen nahezu alle gängigen Mittel resistent. Deshalb testen wir zunächst mikrobiologisch, welche Infektion vorliegt und geben Leitlinien, welches Medikament wie lange und in welcher Form eingesetzt werden soll.“ Die Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie weiß, wovon sie spricht, ist sie doch von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) ausgebildete ABS-Expertin. Dr. Lerner steuert derzeit das interdisziplinäre ABS-Team am Rotkreuzklinikum München. Ihr Team schult die ärztlichen Kolleg:innen aller Fachabteilungen rund um Diagnostik und Therapie von Infektionen. Dazu gehören nicht nur Antibiotika, sondern auch Mittel gegen Viren, Pilze und Parasiten.

„Eine optimale Antiinfektivabehandlung hinsichtlich Auswahl, Dosierung, Applikation und Anwendungsdauer ist eine fachliche Herausforderung“, so Dr. Lerner. Das hat mittlerweile auch der Gesetzgeber erkannt und fordert strukturierte ABS-Programme von den Kliniken. Kein Thema für das Rotkreuzklinikum - hier hat das klinikinterne Hygienemanagement bereits Ende 2012 ein ABS-Team ins Leben gerufen. Seither erarbeitet es unter Berücksichtigung der lokalen Resistenzlage hausinterne Antibiotikatherapie-Leitlinien, aktualisiert diese kontinuierlich und ist konsiliarisch für alle Fachbereiche tätig.

„Wesentlich ist es, die Expertise des ganz neu geschaffenen Facharztes für Innere Medizin und Infektiologie ins Team zu holen.“, erklärt Dr. Lerner. „Wir sind daher sehr froh, dass wir Dr. Heidi Horns für das Rotkreuzklinikum gewinnen konnten.“ Dr. Horns ist als Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie ausgewiesene ABS-Expertin und zudem noch Fachärztin für Hämatologie und Onkologie. Sie ist seit Jahresanfang als Oberärztin in der Abteilung für Innere Medizin III tätig und wird sich schwerpunktmäßig um die Infektiologie und das ABS-Team kümmern. „ABS-Programme, die mehrere ABS-Maßnahmen bündeln, haben einen günstigen Einfluss auf Resistenz-, Kosten- und Verbrauchsentwicklung. Das Wichtigste an ABS ist jedoch sein wertvoller Beitrag, um das beste und sicherste Behandlungsergebnis für die uns anvertrauten Patient:innen zu erzielen“, sind Oberärztin Horns sowie die Krankenhaushygienikerin Lerner überzeugt.

Geballte ABS-Kompetenz am Rotkreuzklinikum München (v.l. Dr. David Rehm, Dr. Julia Bockmaier, Dr. Heidi Horns, Dr. Johanna Lerner, Dr. Martina Radtke, Dr. Irmgard Röckl-Wiedmann, Rebecca Ridder (Fachapothekerin Johannes-Apotheke))

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