Als Leitung der Zentralen Praxisanleitung am Rotkreuzklinikum verstehe ich meine Tätigkeit nicht nur darin, die Auszubildenden gezielt anzuleiten und ihnen pflegepraktische Fertigkeiten nahezubringen. Für mich als Rotkreuzschwester hat eine umfassende Krankenpflege den ganzen Menschen im Blick. Das gilt besonders bei der Pflege von Patienten in ihrer letzten Lebensphase. Ich freue mich, dass neben unserem Team der Zentralen Praxisanleitung auch zahlreiche Auszubildende der Berufsfachschule für Pflege München, Physiotherapeuten, Ärzte und Palliativ Care Pflegekräfte beim Vortrag anwesend waren.
Spiritual Care gilt sowohl als Teilaspekt der Palliativpflege als auch als eine wissenschaftliche Disziplin an der Grenze zwischen Medizin, Theologie und Krankenhausseelsorge. Sie soll Fachkräfte unterstützen, einen achtsamen Blick auf den ganzen Menschen, seine Biographie und seine spirituellen Bedürfnisse einzunehmen.
„Sinnfragen angesichts von Leiden, Tod und Sterben stellen sich naturgemäß im Klinikalltag", so Referent Dr. Ulrich Babinsky. Spiritualität hat die Kraft, uns mit der Endlichkeit des Lebens zu versöhnen. Für den Krankenhausseelsorger sind daher alle im Gesundheitswesen Tätigen in der Verantwortung von Spiritual Care.
Obwohl sich immer mehr Menschen von religiösen Institutionen abwenden, gewinnt individuelle Religiosität und Spiritualität immer mehr an Bedeutung. Mir ist es wichtig, den Pflegeauszubildenden Anhaltspunkte für ihre professionelle Haltung sowie für die persönliche Orientierung zu geben. Spiritual Care ist nicht nur Unterstützung im Umgang mit schwerkranken Menschen, sondern es ist ein Weg, seinen Arbeitsalltag selbst besser zu bewältigen. Als Praxisanleitung sehe ich es als meine Aufgabe, die Auszubildenden dabei zu begleiten. Mit dem interessanten Vortrag von Pfarrer Babinsky, der auf eine gemeinsame Initiative unserer Zentralen Praxisanleitung und der Krankenhausseelsorge zurück geht, ist uns das sicher ein Stück gelungen.